Die Rol­le der B‑Zellen bei der Mul­ti­plen Skle­ro­se

Kurz­be­schrei­bung:
Mul­ti­ple Skle­ro­se (MS) ist eine chro­nisch-ent­zünd­li­che, demye­li­ni­sie­ren­de und neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ve Erkran­kung des zen­tra­len Ner­ven­sys­tems (ZNS. Es kön­nen vier kli­ni­sche Ver­laufs­for­men bzw. Sta­di­en der MS unter­schie­den wer­den: das kli­nisch iso­lier­te Syn­drom (CIS), die schub­för­mig remit­tie­ren­de MS (RRMS), die sekun­där pro­gre­dien­te MS (SPMS) und die pri­mär pro­gre­dien­te MS (PPMS). In der Früh­pha­se ist die Erkran­kung in den meis­ten Fäl­len durch einen schub­för­mi­gen Ver­lauf cha­rak­te­ri­siert und die im Rah­men der Schü­be auf­tre­ten­den neu­ro­lo­gi­schen Defi­zi­te kön­nen sich voll­stän­dig oder unvoll­stän­dig zurück­bil­den. Ent­zün­dungs­be­ding­te Schä­di­gun­gen der Hirn­sub­stanz beein­träch­ti­gen sen­so­ri­sche, moto­ri­sche oder kogni­ti­ve Fähig­kei­ten. Unbe­han­delt geht die RRMS inner­halb eines Zeit­raums von zwei Jahr­zehn­ten bei den meis­ten Pati­en­ten in eine SPMS über, ein kli­ni­sches Krank­heits­bild, gekenn­zeich­net durch eine irrever­si­ble Behin­de­rungs­pro­gres­si­on, die unab­hän­gig von Schu­ber­eig­nis­sen erfolgt. Ein­deu­ti­ge Aus­lö­ser für die Ent­ste­hung der Erkran­kung konn­ten bis­lang nicht iden­ti­fi­ziert wer­den, aber sowohl gene­ti­sche Fak­to­ren als auch Umwelt­fak­to­ren sind in der Dis­kus­si­on. Eine wesent­li­che ursäch­li­che Rol­le in der Patho­lo­gie der MS spielt das Immun­sys­tem. Wäh­rend frü­her ange­nom­men wur­de, dass die MS vor allem eine rein T‑Zell-ver­mit­tel­te Auto­im­mun­erkran­kung dar­stellt, ist in den letz­ten Jah­ren auch die Rol­le der B‑Zellen bei der Patho­ge­ne­se in den Fokus gerückt. Ziel die­ser CME-Fort­bil­dung ist es, ein bes­se­res Ver­ständ­nis für die Rol­le der B‑Zellen in der Patho­ge­ne­se der MS zu ver­mit­teln.

 

Autor: Prof. Dr. med. Mar­tin S. Weber

Gül­tig­keit: 01.10.2021–01.10.2022

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